Zwei Wochen zwischen Vulkanen, Regenwald, Hängematten und Meer
Schwarze Strände, tropischer Regen, Kolibris im Garten, Reggae aus vorbeifahrenden Autos und Nächte unter einer Plane im Regenwald – zwei Wochen unterwegs auf Martinique und Dominica.
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Tag 1 – Ankommen zwischen Fröschen und Zirkus
Nach dem Flug über Guadeloupe, der Reise nach Paris und einer schlechten Nacht nahe Orly komme ich ziemlich müde auf Martinique an. Es ist stockdunkel, die Insel versteckt sich noch vor mir, und wir fahren mit einem klapprigen Auto durch den Stau.
Noch am ersten Abend geht es zum Zirkustraining. Zwischen Diabolo, Einrad, Jonglierbällen und drehenden Tellern merke ich, dass irgendwo noch alte Bewegungskünste aus der Schulzeit in mir schlummern.
Später kommen wir im Haus an: gemeinsames Essen, Froschpfeifen, Bachrauschen und Einschlafen unter dem Moskitonetz.
> Reisetipp:
Die Anreise über Paris kann überraschend anstrengend sein. Für den ersten Tag besser nicht zu viel einplanen – auch wenn Martinique sofort Lust macht loszuziehen.
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Tag 2 – Schwarzer Sand und Vulkanruinen
Am Morgen laufen wir ins Dorf und am Strand entlang. Kaum Touristen, grauschwarzer Sand, Fischerhütten, Boote und Netze. Kleine Krabben retten sich seitlich in ihre Löcher, während das Meer ruhig rauscht.
Die Menschen grüßen freundlich. Alles wirkt langsam und entspannt.
Zu Mittag kochen wir mit lokalen Zutaten: kleine aromatische Paprika, ein Getränk aus „Groseilles“ mit Vanille und Zimt und gekochte Chataignes, die an Maroni erinnern.
Später fahren wir Richtung Saint-Pierre. Das Vulkanmuseum ist leider schon fast geschlossen, also besuchen wir die Ruinen der alten Stadt, die 1902 vom Ausbruch der Montagne Pelée zerstört wurde. Umgestürzte Mauern und Säulen erinnern noch heute an die Katastrophe.
> Reisetipp:
Für Saint-Pierre unbedingt genug Zeit einplanen. Das Vulkanmuseum lohnt sich sehr und sollte nicht zwischen Tür und Angel besucht werden.
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Tag 3 – Wanderung auf die Montagne Pelée
Noch vor Sonnenaufgang ist unklar, ob sich die Montagne Pelée überhaupt zeigen wird. Der Garten ist nass vom Regen, Kolibris fliegen zwischen den Hibiskusblüten.
Der Aufstieg beginnt im Nebel.
Die Luft ist warm und feucht, die Wege steil und rutschig. Wandern fühlt sich hier eher an wie ein Dampfbad mit Treppen. Immer wieder tauchen interessante Pflanzen aus dem Nebel auf.
Oben am Kraterrand öffnen sich plötzlich die Wolken. Für kurze Momente sieht man die Insel unter sich, dann verschwindet alles wieder im Grau.
Der Abstieg geht schnell. Müde und komplett verschwitzt fahren wir mit Reggae-Musik zurück nach Saint-Pierre.
> Reisetipp:
Früh starten und genug Wasser mitnehmen. Das Klima macht die Wanderung deutlich anstrengender als die Höhenmeter vermuten lassen.
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Tag 4 – Kanalwanderung und Abend an der Anse Couleuvre
Am Canal de Beauregard läuft man direkt auf der schmalen Kanalmauer. Unter uns verstecken sich große gelbe Krabben im Wasser, während der Wind durchs Tal rauscht.
Am Nachmittag fahren wir in den Norden zur Anse Couleuvre. Schon die Straße dorthin ist ein Abenteuer: Schlaglöcher, steile Passagen und dichter Regenwald.
Der Strand liegt fast verlassen im Abendlicht. Schwarzer Sand, warme Wellen und Krabben am Ufer. Auf der Rückfahrt begleiten uns Glühwürmchen im Wald – wie kleine blinkende Sterne.
> Reisetipp:
Für die Anse Couleuvre genügend Zeit einplanen. Die Strecke dauert länger als gedacht, besonders nach Regen.
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Tag 5 – Die Halbinsel Caravelle
Die Caravelle zeigt eine andere Seite der Insel: trockener, windiger und wilder.
Der Atlantik schlägt tiefblau gegen orangefarbenes Gestein. Der Weg führt entlang der Küste, vorbei an Mangroven und kleinen Buchten.
Die Sonne brennt stark. Trotz Sonnencreme bleibt das Handtuch mein zusätzlicher Sonnenschutz.
Nach der Wanderung kaufen wir die letzten Dinge für Dominica: Hängematte, Cape, Vorräte. Am Abend folgt noch ein intensiver Tangokurs.
> Reisetipp:
Die Sonne auf der Caravelle nicht unterschätzen. Wasser, Kopfbedeckung und Sonnenschutz sind Pflicht.
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Tag 6 – Das Boot fährt nicht
Eigentlich soll es heute nach Dominica gehen.
Wir packen alles, kochen Vorräte auf und fahren zum Hafen von Saint-Pierre. Dort: nichts. Kein Boot. Die Fähre fährt von Fort-de-France.
Also wird aus dem Reisetag ein entspannter Strandtag mit Sonnenuntergang, Schwimmen und spontaner Bademodenschau am Strand.
> Reisetipp:
Fährverbindungen auf den Antillen immer doppelt prüfen – besonders den richtigen Hafen.
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Tag 7 – Dominica und der Beginn des Regenwalds
Endlich geht es los.
Die Fähre bringt uns nach Roseau auf Dominica. Schon die Einreise fühlt sich an wie ein kleiner Flughafen: Gepäckkontrolle, Passkontrolle, Tickets.
Mit einem lokalen Minibus fahren wir weiter ins Landesinnere – eng zusammengequetscht, begleitet von lauter Musik und wilden Kurven.
Dann beginnt der Waitukubuli Trail.
Der Weg ist schlammig, rutschig und unglaublich grün. Große Blätter, Lianen und überall Wasser.
Kurz vor Dunkelheit erreichen wir den Emerald Pool und bauen unsere Hängematten unter einem Carbet auf. Danach springen wir noch in das kühle Wasserbecken mitten im Wald.
> Reisetipp:
Auf Dominica wird es früh dunkel. Stirnlampe und rechtzeitige Schlafplatzsuche sind extrem wichtig.
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Tag 8 – Regen, Schlamm und Hängemattenlager
Die Nacht in der Hängematte ist überraschend gemütlich.
Wir wandern weiter durch dichten Regenwald. Teilweise ist der Weg komplett überwuchert und wir kämpfen uns mit der Machete voran.
Am Nachmittag regnet es stundenlang. Das Cape schützt zwar vor Regen, darunter schwitzt man aber fast genauso stark.
Erst im Halbdunkel finden wir einen Platz für unser Lager. Mit Seilen und Plane bauen wir zwischen den Bäumen ein improvisiertes Dach.
Frösche, Grillen und Regen begleiten die Nacht.
> Reisetipp:
Wasserdichte Beutel oder Müllsäcke im Rucksack sind Gold wert. Ohne sie wird auf Dominica alles nass.
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Tag 9 – Durch das Kalinago-Gebiet
Am Morgen frühstücken wir mit Blick aufs Meer und trocknen unsere Kleidung in Sonne und Wind.
Die Etappe ist anstrengend: ständig bergauf und bergab, oft mehr Klettern als Wandern.
Wir laufen durch das Gebiet der Kalinago. Viele Menschen leben hier verstreut auf kleinen Farmen mit Kokosnüssen, Bananen und Passionsfrüchten.
Mittags öffnen wir mit der Machete eine Kokosnuss direkt am Strand.
Am Abend erreichen wir ein Zentrum für indigene Kultur und schlafen unter einem Strohdach.
> Reisetipp:
Der Waitukubuli Trail verlangt gute Kondition. Das tropische Klima macht selbst kurze Etappen fordernd.
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Tag 10 – Heiße Quellen nach vier Tagen Regenwald
Unsere Schuhe sind komplett durchnässt und voller Schlamm.
Vier Tage Regenwald reichen, um zu verstehen: Irgendwann braucht man eine Dusche, trockene Kleidung und ein Bett.
Mit Sammeltaxis fahren wir nach Wotten Waven zu heißen Schwefelquellen. Das warme Wasser entspannt die Muskeln sofort. Danach geht es noch in ein natürliches Schlammbad.
Am Abend schlafen wir endlich wieder in einem richtigen Bett.
> Reisetipp:
Nach mehreren Tagen Trekking unbedingt einen Zwischenstopp mit Waschmöglichkeit einplanen.
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Tag 11 – Zurück nach Martinique
Im Minibus geht es zurück nach Roseau. Schlaglöcher, Regen und wieder viel zu viele Menschen im kleinen Bus.
Die Fähre bringt uns zurück nach Martinique. Dort warten sofort wieder Stau, Hitze und Verkehrschaos.
Am Abend gibt es endlich frischen Fisch mit Dasheen und Yams statt Instantfood und Dosensardinen.
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Tag 12 – Kochen, Tango und Theater
Der Tag beginnt ruhiger.
Ich backe Brot, mache Quiche mit frischem Thunfisch und koche Mittagessen, während gearbeitet wird.
Später fahren wir nach Fort-de-France zum Tangokurs und danach ins Theater.
Nicht jede Vorstellung muss perfekt sein – aber genau solche Abende gehören zum Reisen dazu.
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Tag 13 – Katamaran und Delfine
Mit einem Katamaran segeln wir entlang der Küste Richtung Süden.
Delfine schwimmen neben dem Boot, fliegende Fische springen aus dem Wasser und später schnorcheln wir an der Küste.
Die Unterwasserwelt wirkt natürlicher und ruhiger als viele bunte Postkartenbilder.
Am Nachmittag darf ich sogar selbst das Boot steuern.
> Reisetipp:
Sonnenschutz auf dem Wasser nicht vergessen – der Wind täuscht schnell über die starke Sonne hinweg.
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Tag 14 – Abschied und Rückreise
Der letzte Tag vergeht langsam.
Noch einmal Strand, Zeichnungen im Skizzenbuch und dann hinein in den endlosen Stau Richtung Flughafen.
Der Flug verspätet sich um mehrere Stunden. Danach folgt eine sehr lange Rückreise über Paris bis nach Marseille.
Mehr als 24 Stunden unterwegs.
Müde, aber voller Eindrücke.
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Praktische Tipps für Martinique & Dominica
Was ich unbedingt wieder mitnehmen würde
gute Wanderschuhe mit Profil, ggf nicht aus leder, denn sie trovknen nicht
Stirnlampe
Hängematte mit Moskitonet am besten in Kombination
wasserdichte Packsäcke oder Müllsäcke
luftiger Regenschutz (Cape)
Sonnencreme und Kopfbedeckung
Geduld für Fähren und Stau
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Fazit
Martinique und Dominica sind zwei völlig unterschiedliche Inseln.
Martinique fühlt sich französisch-karibisch an: schwarze Strände, kleine Dörfer und viel Leben.
Dominica dagegen ist wild. Regenwald, Schlamm, heiße Quellen, Hängematten und Natur
Die Reise war anstrengend, nass, manchmal chaotisch – und genau deshalb unvergesslich.
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